dmexco 2019 in Köln
10.09.2019, 13:04 Uhr

Dominik Matyka: "Unsere Aussteller brauchen die internationale Community"

Überarbeitete Bühnen, ein neues Kommunikationskonzept und eine App, die Visitenkarten überflüssig macht: Das Team um Frontmann Dominik Matyka hat sich für die dmexco 2019 viel vorgenommen.
Dominik Matyka, Chief Advisor dmexco
(Quelle: Koelnmesse )
Am 11. und 12. September 2019 findet in Köln zum elften Mal die dmexco statt, Europas größte Messe für digitales Marketing. Im vergangenen Jahr kündigte der frisch ernannte Chief Advisor Dominik Matyka für die Zukunft zahlreiche Veränderungen an. In diesem Jahr sollen sie sich erstmals wirklich deutlich bemerkbar machen. Im Interview spricht Matyka über eine neue Art der Kommunikation zwischen den Besuchern - und über den Mehrwert für die Aussteller.
Wie liefen die Vorbereitungen zur dmexco 2019?
Dominik Matyka:
Gut, sogar noch besser als im Vorjahr, als wir vieles in sehr kurzer Zeit neu anpacken mussten. Das Team ist in den vergangenen Monaten richtig gut zusammengewachsen. Der Paid Conference-Bereich war schon nach einiger Zeit überbucht, so groß war die Nachfrage. Seit diesem Jahr bieten wir in diesem Bereich zusätzliche Services an und können unter anderem die Kontaktdaten der Seminar-Teilnehmer an die Referenten weitergeben und auf Wunsch die einzelnen Sessions live streamen. Insgesamt kann man sagen: Wir sind on Track.
Wenn die Besucher in die Hallen kommen, was ist die auffälligste Änderung?
Matyka:
Neue gestaltete Bühnen, eine neue World of Agencies und ein neuer Future Park. In der Vorbereitung und vor Ort der größte Unterschied zu den Vorjahren ist aber wohl die neue dmexco-App. Mit ihr kann man seine Visitenkarten zuhause lassen. Denn jeder, den man trifft, hat einen Code auf seinem Messe-Badge. Den kann man scannen, schon hat man die Kontaktdaten. Auch an allen Messeständen finden sich QR-Codes, die man mit dem Smartphone scannen kann. Der Standbetreiber erhält dann in Echtzeit die Info, dass ein Interessent vor dem Stand steht, er kann ihn zum Gespräch einladen oder mit ihm einen Termin ausmachen. Damit wollen wir den verbindenden, transaktionalen Charakter der dmexco betonen.
Was heißt das denn konkret?
Matyka:
Wir wollen über die Messe hinaus eine Plattform schaffen, auf der sich die Branche austauschen kann. Wenn ein anderes Unternehmen einen Event plant, benötigt es keine eigene App mehr. Es kann unsere nutzen. Das ist praktisch, wenn ohnehin bald das Gros aller relevanten Branchenteilnehmer dort mit ihren Kontaktdaten registriert sind.
Zurück nach Köln: Was ist neu in den Messehallen?
Matyka:
Wir haben alle Präsentationsformate überarbeitet und setzen dort stärker auf einen echten Austausch zwischen Referenten und Teilnehmern, zum Beispiel in der neuen Demo Arena. Die World of Agency bekommt eine eigene, kuratierte Bühne, auf der sich Digitalagenturen ihren Kunden präsentieren können.
Was wird aus der World of Experience? Die war ja im vergangenen Jahr doch etwas statisch.
Matyka:
Wir wollen dem Namen unserer Stages mehr Rechnung tragen. Im Fall der "World of Experience" bedeutet das, dass wir noch mehr Themen der digitalen Welt erlebbarer machen wollen. Das Motto lautet: Wie kann ich dem Besucher eine bessere Experience bieten.

"Enorme Fülle an Digitalevents"

Stichwort Experience: Die Welt der Digitalevents ist im Wandel. Formate wie die Online Marketing Rockstars sind enorm erfolgreich. Ist das der neue Weg: Party statt Messe?
Matyka:
Business muss keineswegs langweilig sein, aber bei uns steht das Business immer im Vordergrund. Wir alle kennen ja den Ansatz der OMR. Wenn es allerdings heißt, dort treffe man die Entscheider von morgen, dann kann ich nur antworten: Wir haben die Entscheider von heute. Worüber ich mir deutlich mehr Gedanken mache, das ist die enorme Fülle weiterer Digital Events, die inzwischen den Veranstaltungskalender füllen.
Und die Besucherzahlen? Die OMR zählt inzwischen mehr Besucher als die dmexco.
Matyka:
Auch die dmexco hat - im Jahr 2016 - schon mal über 50.000 Besucher gezählt. Wir haben damals aber entschieden: Wir wollen qualitativ wachsen. Das war eine ganz bewusste Entscheidung gegen Masse  und gegen zu viele Entertainment-Elemente. Wir setzen dafür ganz stark auf Professionalisierung und unseren internationalen Charakter. Unsere Aussteller brauchen die internationale Community. Und die bieten wir ihnen.
Aber: Keine dmexco ohne Party, oder?
Matyka:
Natürlich! Nachdem die Nachfrage nach der traditionellen Party am ersten Messeabend im vergangenen Jahr unsere Erwartungen deutlich übertroffen hat, ziehen wir in diesem Jahr um in die Rheinterassen. Dort haben wir Platz für mehr als 2.500 Gäste, die sich dort treffen und networken können. Selbstverständlich mit Food, Drinks und guter Musik. Und als zusätzliches Highlight gibt es am ersten Messetag eine Keynote als Broadway-Musical.
2018 haben Sie angekündigt, die dmexco von der Messe zu einer Branchen-Plattform auszubauen. Was ist daraus geworden?
Matyka:
Unsere Plattform wächst. Wir haben eine Reihe neuer Events, die in diesem Jahr erstmals rund um die Messe stattfinden. Dazu zählt zum Beispiel am ersten Messetag ein Brand-Lunch mit Vertretern internationaler Top-Marken und ein Top-100-Executives-Dinner am Abend gemeinsam mit Bertelsmann und Springer. Außerdem findet im Rahmen der dmexco 2019 erstmals die Corporate Venture Capital Conference statt, eine Kooperation mit dem Corporate Venture Capital Magazin. Den Plattform-Gedanken wollen wir ausbauen: Für 2020 sind wir mit rund 15 weiteren Partnern im Gespräch.

Die dmexco steht vor der Tür und viele Firmen fragen sich, ob es sich noch lohnt, Budget in große Massen-Events zu stecken. Geht der Trend nicht eher zu nischigeren, exklusiveren Inhouse-Veranstaltungen? Das haben wir ausgewählte Branchen-Experten gefragt.




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